Die Energiebereitstellung

Der menschliche Körper kennt zwei Formen der Energiebereitstellung: den aeroben und den anaeroben Stoffwechsel. Aber was ist das und wann passiert was?

Körperzellen können grundsätzlich nur aus ATP Energie erzeugen. Phosphate, Kohlenhydrate und Fette müssen erst zu ATP umgewandelt werden, was unterschiedlich schnell geht.

Anaerob alaktazid

Kein Sauerstoff und kein Laktat – das klingt, als ob man das nicht lange durchhalten kann. Stimmt. Der Körper hat einen ATP Puffer von etwa 7 Sekunden zur Verfügung. In dieser kurzen Zeit ist es möglich, sehr hohe Leistung zu erbringen, aber eben nur sehr kurz. Nach diesen Sekunden fällt die Leistung im Vergleich rasant ab. In diesem Bereich werden weder Kohlenhydrate noch Fette verbrannt, sondern direkt ATP und Phosphate. Die anaerobe, alaktazide Energiebereitstellung ist vor allem für Sprinter oder Gewichtheber von Bedeutung.

Glykolyse über der zweiten Schwelle – anaerob laktazid

Energiebereitstellung

Kein Sauerstoff, aber dafür Laktat. Wenn man im Zielsprint so richtig außer Atem ist, die Beine brennen und man noch einmal alles gibt, muss der Körper auf die anaerobe laktazide Energiebereitstellung zurück greifen. Durch die Sauerstoffschuld ist eine Fettverbrennung kaum noch möglich. Der Körper greift auf Kohlenhydrate zu und verbrennt sie auch ohne Sauerstoff. Dabei entstehen große Mengen Laktat, die eine lange Belastung in diesem Bereich unmöglich machen. Die maximale Belastungsdauer in diesem Bereich liegt bei etwa 60 Sekunden.
Als zweite Schwelle bezeichnet man die Grenze, ab der mehr Laktat erzeugt wird, als der Körper abbauen kann.

Gykolyse unter der zweiten Schwelle – anerob laktazid

Es ist etwas Sauerstoff vorhanden, und das gebildete Laktat kann schneller abgebaut werden, als es erzeugt wird. Ein typisches Szenario für diese Art der Energiebereitstellung ist der 10km Lauf. Bei einer Dauer von 30 – 60 Minuten wird hauptsächlich auf die Kohlenhydratspeicher zugegriffen. Die Energiebereitstellung läuft allerdings genau gleich ab, wie bei der Glykolyse über der zweiten Schwelle. Der einzige Unterschied ist die Rate, mit der das Laktat noch abgebaut werden kann.

Lipolyse – aerob alaktazid

Speziell für Ausdauersportler ist dieser Bereich besonders wichtig. Warum? Ganz einfach, weil die Kohlehydratspeicher auf etwa 90 Minuten Belastung begrenzt sind. Ab diesem Zeitpunkt stehen dem Körper nur noch Fette als Energiequelle zur Verfügung. Die Energiebereitstellung durch Fett geschieht vergleichsweise langsam, dafür sind die Fettreserven nahezu unbegrenzt. Für Ausdauersportler ist es daher besonders wichtig, den Körper in diesem Bereich der Energiebereitstellung zu optimieren. Aufgrund der Dauer der Bewerbe ist es nur durch die Fettverbrennung möglich, lange genug Leistung zu erbringen.

Die zweite Schwelle, oder auch anaerobe Schwelle bezeichnet den Übergang im Körper, an dem plötzlich mehr Laktat entsteht, als abgebaut werden kann. Die aerobe Schwelle oder auch erste Schwelle definiert den Bereich, an dem der Körper von einem reinen aeroben Stoffwechsel in den aeroben Stoffwechsel übergeht. Diese Schwellendefinition kommt allerdings immer mehr in Kritik, da es diese Schwelle physiologisch gar nicht gibt. Grundsätzlich laufen im Körper immer alle Formen der Energiebereitstellung gleichzeitig ab. Selbst in Ruhe gibt es einen Anteil der anaeroben Energiebereitstellung. Es verschieben sich immer nur die Verhältnisse, woraus der Körper seine Energie bezieht.

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